Zwei-Klick-Lösung für Facebook-Button auf hamburg.de

Axel Konjack
Geschrieben am 21. September 2011
von Axel Konjack

Die aktuelle Debatte zur daten­schutzrechtlichen Zuläs­sigkeit von Social Plu­g­ins ver­fol­gen auch wir bei hamburg.de aufmerk­sam. Aus­gelöst wor­den ist die derzeit­ige Kon­tro­verse durch die Stel­lung­nahme des Leit­ers des Unab­hängi­gen Lan­deszen­trum für Daten­schutz (ULD) in Schleswig-Holstein vom 19.08.2011. Neben zahlre­ichen Fach­beiträ­gen in Blogs und Foren fand zwis­chen­zeitlich ein erstes öffentliches Tre­f­fen von ULD und Face­book in Kiel statt, bei dem wir als Beobachter zuge­gen waren. Dieses ging zwar ergeb­nis­los zu Ende, jedoch sig­nal­isierten beide Seiten weit­ere Dialog­bere­itschaft. Let­ztere ist wohl auch erforder­lich, stellt sich die Materie in rechtlicher wie auch in tech­nol­o­gis­cher Hin­sicht doch als deut­lich kom­plexer dar, als von vie­len Pro­tag­o­nis­ten zunächst angenom­men. Inhaltlich wollen wir die Diskus­sion, die derzeit sowohl vor als auch hin­ter der Kulis­sen inten­siv geführt wird, an dieser Stelle nicht weiter kom­men­tieren. Der aktuelle Diskus­sion­s­stand ist an ver­schiede­nen Orten im Netz zu ver­fol­gen. Beson­ders auf­schlußre­ich, voll­ständig und für Inter­essierte zur Lek­türe emp­fohlen ist hierzu das Blog Internet-Law von Thomas Stadler.

hamburg.de hat dem Daten­schutz stets hohe Pri­or­ität eingeräumt und sich immer wieder aktiv an der Weit­er­en­twick­lung von Anwen­dun­gen in diesem Bere­ich beteiligt. Auf offen­sichtliche Schwächen von Social-Media-Angeboten haben wir frühzeitig reagiert und unsere Nutzer entsprechend informiert. Hier­bei haben wir auf Maß­nah­men verzichtet, die zwar der Ver­bre­itung unserer Inhalte dien­lich, daten­schutzrechtlich jedoch beden­klich gewe­sen wären. Mit der gle­ichen Kon­se­quenz haben wir entsprechende Funk­tion­al­itäten im Inter­esse unserer Nutzerin­nen und Nutzer auf hamburg.de wieder einge­führt, sobald die ursprünglich aufge­trete­nen daten­schutzrechtlichen Vor­be­halte aus­geräumt waren. Dies gilt ins­beson­dere für die Reak­tivierung des Gefällt-mir-Buttons von Face­book im Juli diesen Jahres, nach­dem wir diesen im Juni 2010 aus Daten­schutz­grün­den auf hamburg.de zunächst ent­fernt hat­ten. An diesem Beispiel zeigt sich, wie sehr auch die Erfül­lung daten­schutzrechtlicher Anforderun­gen von der tech­nol­o­gis­chen Dynamik des Inter­nets geprägt ist.

Ein weit­erer Anwen­dungs­fall bet­rifft die bun­desweit etablierte Reich­weit­en­mes­sung der IVW, die über das soge­nan­nte SZM-Verfahren die Online-Reichweiten von über 1.400 wer­be­fi­nanzierten Inter­ne­tange­boten erfasst. Im direk­ten Dia­log zwis­chen dem Ham­bur­gis­chen Daten­schutzbeauf­tragten, der IVW, der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg und hamburg.de wurde in der ersten Jahreshälfte 2011 eine Weit­er­en­twick­lung des IVW-Verfahrens erar­beitet, die mit­tler­weile auf allen von der IVW gemesse­nen Por­talen inte­gri­ert wor­den ist.

Vor dem Hin­ter­grund der aktuellen Debatte über die Social Plu­g­ins haben wir uns in Abstim­mung mit der Sen­atskan­zlei der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg dazu entsch­ieden, für den Gefällt-mir-Button von Face­book zunächst bis auf weit­eres eine Zwei-Klick-Lösung auf unserem Por­tal zu imple­men­tieren. Mit dieser Lösung schaf­fen wir vor allem eines: mehr Trans­parenz und Entschei­dungssicher­heit für die Nutzerin­nen und Nutzer von hamburg.de. Vor dem Klicken des Gefällt-mir-Buttons weisen wir in einem Mouse-Over-Fenster darauf hin, dass eine Datenüber­tra­gung an Face­book erst stat­tfindet, wenn der But­ton durch einen vorgeschal­teten Klick aktiviert wor­den ist. So entschei­det der Nutzer selbst, ob er die Freigabe für die tem­poräre Spe­icherung der Daten durch Face­book erteilt. Weit­erge­hende Infor­ma­tio­nen hierzu stellen wir unseren Nutzerin­nen und Nutzer auf einer eigens ein­gerichteten Infor­ma­tion­s­seite zur Ver­fü­gung. Face­book informiert übrigens eben­falls über die Spe­icherung von Daten bei der Nutzung von Social-Plugins.

Die jetzt imple­men­tierte Zwei-Klick-Lösung auf hamburg.de entspricht unserem Selb­sver­ständ­nis und unserer Vor­bild­funk­tion, die uns als offiziellem Stadt­por­tal für die Freie und Hans­es­tadt Ham­burg zukommt. Wir sind der Auf­fas­sung, einen nutze­ror­i­en­tierten und prak­tik­ablen Ansatz gefun­den zu haben, der dem derzeit­i­gen Stand der daten­schutzrechtlichen Debatte in Deutsch­land gerecht wird. hamburg.de ver­folgt die laufende Debatte weiter aufmerk­sam und wird auf die belast­baren und hof­fentlich tragfähi­gen Ergeb­nisse der Diskus­sion mit der erforder­lichen Flex­i­bil­ität reagieren, sobald diese vor­liegen. Es ist jetzt an den beteiligten Daten­schützern und an Face­book, im direk­ten Dia­log eine für alle Beteiligten vertret­bare und nach­haltige Lösung zu finden.

zv7qrnb

Kategorie: Allgemein Kommentieren »

Hinterlasse eine Antwort

WP-SpamFree by Pole Position Marketing