hamburg.de zensiert nicht
von Nina Reddemann
Liebe Besucherinnen und Besucher,
in Hamburg herrscht Wahlkampf und dieser macht auch vor hamburg.de nicht Halt. Als Stadtportal sehen wir unsere Aufgabe darin, Sie zu informieren. Dafür greifen wir auch auf bereits etablierte externe Anwendungen zurück und integrieren diese als Serviceangebote in hamburg.de. Eine Anwendung, die zu Diskussionen geführt hat, ist wahl.de
Wahl.de misst bundesweit die Online-Aktivitäten von Parteien und Politikern und stellt diese Aktivitäten mit den entsprechenden Links zu den Homepages und zu den Social-Media-Aktivitäten dar. Die Daten werden individuell vom wahl.de-Betreiber compuccino recherchiert. Als redaktionelles Angebot erhebt wahl.de keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern setzt auf Qualität statt auf Quantität. Angezeigt werden nur die Kandidaten der Parteien, die in Fraktionsstärke im Bundestag oder in der Hamburgischen Bürgerschaft vertreten sind.
Da also in der Kandidatenübersicht von wahl.de, die u.a. auch auf hamburg.de eingebunden war, nicht alle Kandidaten aller Parteien aufgeführt sind, wurde in einem Blogbeitrag der Stadt Hamburg Zensur zulasten kleinerer Parteien vorgeworfen.
Der Vorwurf der Zensur wiegt schwer, ist aber nicht zutreffend. In dem von unserer Redaktion erstellten Wahlspecial finden sich umfassende Informationen, mit denen wir auch das Interesse der Wählerinnen und Wähler für die Wahlen stärken wollen: Wahl-O-Mat, Informationen zum neuen Wahlrecht, Musterstimmzettel, der Link zur vollständigen Liste aller Kandidaten bei der Hamburgischen Bürgerschaft und mehr. Die Einbindung von wahl.de wurde von einigen anders wahrgenommen.
Als offizielles Stadtportal stehen wir in einem besonderen Fokus, der hier zu einigen Missverständnissen geführt hat. In aller Deutlichkeit: Wir zensieren nicht. Wir wollen mit unseren Themen die Nutzerinnen und Nutzer informieren. Das Angebot von wahl.de bis zum 20. Februar mit allen Kandidaten und den entsprechenden Links zu bestücken, ist zeitlich nicht machbar. Eine umfassende Darstellung der Kandidaten wird von uns in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings erwartet.
Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst und haben uns daher entschlossen, in Übereinstimmung mit der Pressestelle des Senats, die die Rubriken Bürgerservice und Stadt & Stadt betreut, die Seite mit der Kandidatensuche von wahl.de abzuschalten.
Nach wie vor halten wir Angebote wie wahl.de für sinnvoll und für eine gute Ergänzung zu offiziellen Kandidatenlisten. Der Wahlkampf der Parteien hat sich in den letzen Jahren verändert, die Online-Aktivitäten haben stark zugenommen und immer mehr Politiker entdecken die Möglichkeit, ihre Wähler schnell zu informieren und mit ihnen über Kanäle wie Twitter und Facebook in einen Dialog zu treten. Die Zusammenstellung dieser Social-Media-Aktivitäten macht wahl.de so spannend. Denn ein Twitter-Stream sagt oft mehr über einen Kandidaten aus, als Antworten auf die ewig gleichen Fragen.
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