Neu bei hamburg.de: Tiere suchen ein Zuhause

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Geschrieben am 22. Juni 2010
von georg konjovic

Liebe Leserin­nen und Leser,
seit kurzem bieten wir einen neuen Ser­vice in Zusam­me­nar­beit mit dem Tier­heim Süder­straße an: Tiere suchen ein Zuhause! Was wie eine altehrwürdige TV-Sendung klingt, ist auch genau das: Wir wollen gemein­sam mit dem Tier­heim ver­suchen Tieren ein neues Frauchen oder Her­rchen zu vermitteln.

Und ich bin wirk­lich begeis­tert von der ersten Res­o­nanz: Wöchentlich stellen wir rund 20 Tiere vor. In der ersten Woche wur­den bere­its vier des “ersten Schwungs” erfol­gre­ich ver­mit­telt. Wow!

Bei aller berechtigten Euphorie um dig­i­tale Inno­va­tio­nen ist das mal eine wahrhaft gute Nachricht mit nach­haltiger Wirkung. Wir von hamburg.de freuen uns sehr über die pos­i­tive Res­o­nanz und hof­fen auf viele Nachah­mer in vie­len weit­eren deutschen Städten.

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Wieso wir den Facebook “Like-Button” wieder entfernten

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Geschrieben am
von georg konjovic

Update 11.07.: Auch die neuen twitter-Buttons wer­den wir vor­erst nicht ein­set­zen. Die Prob­leme bzw. Fragestel­lun­gen sind sehr ähnlich zu denen bei Face­book. Mehr dazu in meinem pri­vaten Blog: “Daten­schutz ./. Neue twitter-Buttons

Update 23.06. 11:30: Wir freuen uns über das enorme Inter­esse, welches sich auch in den Kom­mentaren able­sen lässt. Nach dem heuti­gen Gespräch mit Face­book gehen wir von einer baldigen Lösung für das “Prob­lem” aus. Und davon, dass hamburg.de bald wieder seine Like-Buttons (daten­schutzkon­form) zurückbekommt.

Update 22.06. 16:30: Wir ste­hen in kon­struk­tivem Dia­log mit Face­book zu diesem Thema. Freut uns sehr, denn es zeigt, dass auch Face­book der Daten­schutz ein wichtiges Anliegen ist.

Liebe hamburg.de Besucherin­nen und Besucher,
gerne möchte ich Ihnen die Hin­ter­gründe für eine Maß­nahme vom ver­gan­genen Don­ner­stag erläutern: Das Ent­fer­nen des Face­book “Like-Buttons” von allen Seiten des Stadt­por­tals hamburg.de.

Falls Sie die Like-Funktion noch nicht ken­nen, empfehle ich Ihnen diese Quelle bei Face­book durchzulesen.

Ich hole ein wenig aus: Vor etwa 14 Tagen entsch­ieden wir uns zunächst, den Like-Button ins Por­tal zu inte­gri­eren. Unsere redak­tionellen Ansprech­part­ner bei der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg sahen es so wie wir: Diese Funk­tion von Face­book passte ideal in die Strate­gie von hamburg.de. Wir möchten ein­er­seits den Dia­log mit unseren Besucherin­nen und Besuch­ern gerne möglichst inten­siv und überall wo sin­nvoll führen (dazu zählt dieses Blog, unser twit­ter Account, unsere Face­book Fan­page, unser formspring-Profil usw.), aber auch die Ver­net­zung der User untere­inan­der fördern (hierzu sollte ursprünglich auch die hamburg.de-eigene Com­mu­nity dienen, die wir aber auch auf­grund der enor­men Mark­t­sät­ti­gung durch Face­book kaum zum Laufen brin­gen kön­nen — Überlegun­gen hierzu laufen).

Der Face­book Like-Button ist nicht nur eine ein­fache Möglichkeit sein Gefallen an einem Web-Inhalt kundzu­tun (“.… mag diese Seite …”), son­dern lässt angemeldete Facebook-User auch sehen, welche anderen Kon­takte aus dem eige­nen Fre­un­deskreis, welche Seiten gut finden. Ein schöner “word of mouth”-Effekt.

Inzwis­chen kommt beinahe keine News-Seite und kaum ein Blog ohne die neue Funk­tion von Face­book aus, der Like-Button ist fast überall sehr schnell inte­gri­ert wor­den und wird von Usern eifrig genutzt. So auch bei hamburg.de. Unsere Seite zum Pub­lic View­ing zur WM in Ham­burg erre­ichte bin­nen kürzester Zeit über 1.000 “Likes”. Betra­chtet man den “long tail”, also die Summe aller — auch teil­weise ganz unbekan­nten, mit sehr spez­i­fis­chen Inhal­ten bestück­ten — URLs, so kamen locker über 10.000 Likes zusam­men. Das ist (war) toll, diesen Weg woll(t)en wir weitergehen!

Bei aller Freude aber, entsch­ieden wir am 17. Juni 2010 den­noch, die Funk­tion wieder zu ent­fer­nen. Der Schutz der per­sön­lichen Daten unserer Besucherin­nen und Besucher ist uns nicht nur eine juris­tis­che Pflicht (manch einer würde sagen “Last”), son­dern liegt uns tat­säch­lich am Herzen. “Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu!” — alle Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beiter von hamburg.de sind selbst auch eifrige Nutzer des Stadt­por­tals und natür­lich vieler anderer Webange­bote. Keiner von uns ist — bei aller einzel­ner Offen­heit im social web — am Miss­brauch eigener per­sön­licher Daten interessiert.

Prob­lem: Der But­ton sam­melt auch Daten von Usern, die ihn nicht klicken, also von jedem!

Die Frage, die wir (gemein­sam mit der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg) zu bew­erten hat­ten: Wie wichtig ist es uns, defin­i­tiv zu wis­sen, was Face­book mit den per Like-Button gesam­melten Daten macht? Bed­ingt durch die Art und Weise der Real­isierung des But­tons kon­nten auch Daten von nicht bei Face­book angemelde­ten Usern gesam­melt wer­den. Eine Art zweites Web-Controlling würde bei Face­book entste­hen: Jeder Schritt aller User bei hamburg.de kön­nte detail­liert aufgeze­ich­net wer­den. Bed­ingt durch die bre­ite Streu­ung des But­tons sogar Schritte außer­halb von hamburg.de mit dem Sur­fver­hal­ten bei hamburg.de verknüpft wer­den. Bei unserem Web-Controlling Tool Site­s­tat legen wir größten Wert auf eine strenge Beach­tung der Geset­zes­lage (z.B. Anonymisieren wir die IP-Adressen vor der Ver­ar­beitung so, dass kein Rück­bezug auf konkrete Surfer möglich wird). Öffneten wir per Face­book Like-Button nun diese strenge Maß­gabe für einen anderen Anbi­eter, ohne wirk­lich Kon­trolle bzgl. der erfassten Daten zu haben?

Von Seiten Face­book existiert lei­der keine defin­i­tive, juris­tisch belast­bare Aus­sage bzgl. der Samm­lung oder besser: der Nicht-Sammlung dieser Daten. Das Unternehmen weist lediglich darauf hin, dass eine Ver­ar­beitung nicht stat­tfindet und die gesam­melten Daten nach drei Monaten gelöscht wür­den. Wieso nach drei Monaten und nicht drei Tagen oder Minuten? Wieso wer­den die Daten überhaupt erfasst, wenn keine Ver­ar­beitung stattfindet?

Wir haben entsch­ieden, den Weg der stren­gen Ein­hal­tung von Daten­schutzregeln weiter zu gehen. Dabei will ich ganz deut­lich machen: Wir tra­gen nicht die teil­weise absur­den Vorstel­lung der Gen­er­a­tion “Inter­ne­taus­drucker” mit, die die Real­itäten des ver­net­zten Lebens mit dig­i­talen Medien negiert, son­dern begreifen als begeis­terte Nutzer des Inter­nets den Daten­schutz als unbe­d­ingt notwendi­ges Regel­w­erk in einer angepassten, neuen Denkweise, die der sub­jek­tiven Wahrnehmung eines jeden einzel­nen in Bezug auf schützenswerte Daten entspricht.

Den Face­book Like-Button haben wir ent­fernt. Sobald eine defin­i­tive und zufrieden stel­lende Aus­sage von Seiten Face­book zur Daten­ver­ar­beitung vor­liegt, schal­ten wir ihn gerne wieder ein. Die Idee des But­tons ist sehr gut und unter­stützenswert, die Umset­zung des Daten­schutzes noch nicht.

Den Ham­bur­gis­chen Beauf­tragten für Daten­schutz und Infor­ma­tion­ssicher­heit haben wir über unsere Maß­nahme und die Gründe hier­für informiert. Er nimmt auch die Auf­sicht über Face­book in Deutsch­land wahr.

Mehr zum Thema z.B. bei chip.de.

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