Usability-Test für Navi-Facelift
von georg konjovic
Fangen wir mit der Selbsterkenntnis an: Die Navigation auf hamburg.de hat noch nicht die Qualität erreicht, die wir uns wünschen und vorgenommen haben. Manchmal bewundere ich News-Sites und Online-Shops: Diese können den Trend zur schlanken, maximal zwei Hierarchien umfassenden Navigation ohne Weiteres umsetzen und den User über den Content führen. Wir Stadtportale haben jedoch die Herausforderung zu meistern, vollkommen unterschiedliche, thematisch nicht selten gegensätzliche Inhalte auffindbar und navigierbar zu machen. Es ist leider nicht möglich, die über 140.000 Content-Seiten von hamburg.de auf lediglich zwei Ebenen einzudampfen.
Ein Stadtportal vereinigt eigentlich mehrere autarke Websites in einem:
- Bürgerservice / E-Government
- Tourismusauftritt
- Veranstaltungsprogramm
- Jobbörse
- Wohnungsbörse
- Verkehrsinformationen
- und und und
Eigentlich könnte man für alles ein eigenes Portal aufmachen. Gibt es ja auch schon eine Menge davon im Netz.
Nun gut, wir haben erkannt — auch Dank konstruktiver Hinweise unserer Besucher! -, dass wir unsere Navigation überarbeiten müssen. Gemeinsam mit unserer Designagentur compuccino entwarfen wir zwei Varianten hierfür. Da wir jedoch keine größeren Veränderungen im Portal vornehmen, ohne vorher die Akzeptanz bei Usern zu erforschen, führten wir auch hier ein Usability-Testing durch.
Gestern fand dieses bei eparo in Hamburg statt. Sechs Probanden wurden mit den neuen Layouts in Form eines klickbaren Demos “konfrontiert”. Dabei wurden die Tester von eparo so ausgewählt, dass sie den User-Querschnitt von hamburg.de widerspiegeln. Wir sind ein Jedemann-Portal, und nicht Special Interest. Genau das macht unsere Aufgabe so interessant, aber auch herausfordernd.
Ich kann nur jedem empfehlen, solche Usability-Testings durchzuführen, bevor gravierende Änderungen an einer Website durchgeführt werden. Selbst wenn kein Budget hierfür vorhanden sind, hilft es schon oft, willkürlich einige Personen in der nächsten Bäckerei anzusprechen und diese für eine kleine Aufwandsentschädigung zu befragen. Die gröbsten Schnitzer erkannt man bereits nach 5–6 Testpersonen. Wenn man dann noch die Offenheit hat, diese Testresultate einzuarbeiten und eigene Ideen wieder über Bord zu werfen, kommt ein enormer Zugewinn an Kundenzufriedenheit heraus.
Wir haben gestern also eine Variante für die neue Navigation sofort verworfen, weil sie von allen Testpersonen nicht verstanden wurde. Herrlich, wie schnell eine unserer Ideen, die wir richtig clever und gut fanden, uns um die Ohren geschleudert wurde.
Dafür kam die zweite Variante richtig gut an, wurde intuitiv sofort von allen Testern bis auf einen erfasst. Das ist der Weg, den wir nun gehen werden.
Liebe Besucher, wir gehen nun ins Feintuning und die Implementierung und wollen Sie Ende August mit einer überarbeiteten Navigation begrüßen. Unser Ziel: Besseres Zurechtfinden, schnelleres Zum-Ziel-Gelangen und mehr Zufriedenheit bei allen hamburg.de Usern!
Schönes Wochenende!
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