hamburg.de, der böse Photo-Abgreifer?
von georg konjovic
Wenn man das Stadtportal hamburg.de aufruft, fallen sofort die zahlreichen Bilder auf, die die Hansestadt in ihrer ganzen Pracht in die Welt hinaustragen. Beim Relaunch des Portals haben wir darauf geachtet, dass ausreichend Raum für ansprechende Bilder vorgesehen wird. Wir sind überzeugt davon, dass dies das Surfen angenehmer und zahlreichen potentiellen Touristen den Besuch Hamburgs noch schmackhafter macht.
Verschiedene Quellen
Über die Jahre haben wir zig-tausende Hamburg-Photos geschossen und schießen lassen. Die Kollegen der Hamburg Marketing GmbH (HMG) halten zusätzlich tolles Foto-Material zur professionellen Verwendung (auch für Printmedien!) bereit.
Aber wir wollen unsere Stadt nicht nur so zeigen, wie sie unsere oder die Augen der HMG sehen. Wir möchten unsere Besucher aktiv einbinden und ihnen die Chance geben, eigene Bilder auf hamburg.de zu veröffentlichen. Rund 18 Millionen Seitenabrufe verzeichnet hamburg.de — eine enorme virtuelle Galerie ist dies für Hobby-Photographen, um ihre Werke auszustellen.
So sprechen wir Photographen an
Es ist unglaublich, welche Perlen sich bei flickr und Co tummeln. Natürlich suchen wir bei den bekannten Photo-Communitys nach Hamburg-Bildern und sind immer wieder beeindruckt von der Quantität aber vor allem der Qualität. Wie oft dachte ich schon “Oh Mensch, der Michel ist soooo oft photographiert worden — alles schon dagewesen” und wurde doch überrascht. Neue Farben, neue Perspektiven, neue Arrangements… mir selbst fehlt so oft ein photographisches Auge, wie sehr bewundere ich doch die Könner dieses Fach. Wenn uns ein besonderes Motiv oder ein besonders eifriger Photograph auffällt, schreiben wir diesen per E-Mail und fragen um Erlaubnis Bilder bei hamburg.de veröffentlichen zu dürfen. Natürlich unter Nennung des Urhebers bei jedem Bild und unter Aufnahme in die Nennung unserer “Partner-Photographen”.
Fairness
Wir beachten alle Regeln der Creative Commons und veröffentlichen nur Bilder, deren Verwendung auf kommerziellen Portalen gestattet ist. Ist ein Photograph nicht mit der Veröffentlichung auf hamburg.de einverstanden, respektieren wir dies anstandslos. Über jede Zustimmung zur Veröffentlichung freuen wir uns natürlich.
Heute morgen las ich bei Twitter und in einem Blog, hamburg.de versuche Photos abzugreifen. Ich lasse mal dahingestellt, ob “abgreifen” nicht schon arg wertend und daneben gegriffen ist. Aber die in den Publikationen geäußerte Unverständnis unserem Vorgehen gegenüber, wundert mich doch sehr. Wir klauen nix, wir fragen nett an, wir nennen den Urheber, wir sind bereit individuelle Kooperationen mit Photographen (z.B. Link zur eigenen Photographen-Homepage) einzugehen und vor allem akzeptieren wir ein “Nein” und die transparenten Creative Commons-Lizenzbedingungen. Aber abgreifen? Wirklich nicht. Was die Abgreif-Fraktion vielleicht so nicht sieht: Es gibt Photographen, die sich über unsere Anfrage freuen! Hamburg-Freunde, die tolle Bilder machen und sich über die Wertschätzung freuen, die unser Team ihnen entgegenbringt. Sich darüber freuen, dass das offizielle Stadtportal ihre Bilder auf der zentralen Online-Präsenz der Stadt Hamburg integrieren. Sich darüber freuen, dass sie mitbestimmen, mit welchen Bildern die Stadt sich präsentiert.
Mir fällt gerade ein, dass ich unlängst gefragt wurde, ob man ein Layout, welches ich mal entworfen hatte, für eigene Zwecke verwenden darf. Komisch, ich habe mich gefreut darüber, dass es jemand gut findet. Hätte wohl eher denken sollen, dass derjenige es fies abgreifen wollte.
P.S.: Wo der Twitter-Poster aber uneingeschränkt recht hat, ist unsere ausgebliebene Antwort auf seine Rückfrage (Ob es Honorar gebe — Nein, leider derzeit nicht.). Hier müssen wir noch besser werden!
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